Über uns

Entstehungsgeschichte der Landkreismusikschule Cham
Im Jahre 1978, sechs Jahre nach der Landkreisreform, konnte Landrat Ernst Girmindl ein stärkeres Gewicht auf kulturelle Angelegenheiten legen und betraute im Landratsamt ein damals neu gebildetes
Referat erstmals auch mit kulturellen Aufgaben. Die Verordnung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus aus dem Jahre 1984, welche Mindestanforderungen an die Bezeichnung von
Sing- und Musikschulen festlegte, war dann der Anlass, dass man sich im Landratsamt Gedanken über den Stand der Musikausbildung im Landkreis Cham machte. Es war unschwer festzustellen, dass man weit
unter den Zielsetzungen des Musikplans der Bayerischen Staatsregierung lag, weit entfernt von einem flächendeckenden Ausbildungsangebot.
Einen direkten Anstoß, Verbesserungsvorschläge im Bereich der musikalischen Ausbildung zu entwickeln, gab Landrat Girmindl im Jahre 1986 aufgrund von Empfehlungen, die der deutsche Landkreistag zum Musikschulwesen veröffentlichte. Man knüpfte Kontakte mit der Beratungsstelle des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen in Weilheim und der damals bereits gut ausgebauten Musikschule des Landkreises Tirschenreuth.
Der Landkreisbeamte Willi Schramm, selbst ein leidenschaftlicher Musiker und späterer Verwaltungsleiter der Landkreismusikschule führte eine Umfrage bei den Schulen und Kindergärten durch, bei der 2.500 Schüler bzw. Eltern ihr Interesse anmeldeten. Der Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Fremdenverkehr befasste sich am 26.10.1987 und am 06.09.1988 mit Verbesserungs- und Lösungsvorschlägen und verschaffte sich bei einer Fahrt zur Kreismusikschule Erding am 20.03.1989 einen unmittelbaren Eindruck, wie eine landkreisweite kommunale Musikschule laufen könnte.
Die weiteren Verhandlungen waren nicht immer einfach, weil örtliche Einrichtungen der Mu-sikausbildung eine Beeinträchtigung ihrer Aktivität durch eine neu entstehende Landkreismusikschule befürchteten. Im Auftrag von Landrat Ernst Girmindl wurden dann im Herbst 1990 vor Ort Einzelgespräche mit allen Bürgermeistern und allen im Landkreis in der Musikausbildung tätigen Lehrern, Chorleitern usw. geführt. So konnte eine fundierte Bedarfsanalyse und ein tragbares Konzept entwickelt werden. Es war klar: man braucht zusätzliche Fachkräfte, um einerseits das Fächerangebot zu erweitern und andererseits die Qualität der Ausbildung beginnend bei der Früherziehung bis hin zur Talentförderung zu verbessern. In verschiedenen Bereichen musste ein Musikschulbetrieb völlig neu aufgebaut werden, um auch diesen Kindern eine fundierte Musikausbildung zu ermöglichen. Man erwartete sich, dass nach einer gewissen Anlaufzeit aus einer derartigen Musikschule dann auch ein qualifizierter Nachwuchs an Chor- und Ensembleleitern, Organisten sowie Ensemblemusikern hervorgeht.
Das Konzept beruhte auf einer flächendeckenden Versorgung, einem weitgehend dezentralen Unterricht in den Gemeinden und einer Trägerschaft durch den Landkreis. Das Finanzierungsmodell sah eine Beteiligung der Eltern von 42,8 %, des Staates und sonstiger Stellen von 11,6 % sowie des Landkreises und der Gemeinden von jeweils 22,8 % vor.
Im April 1991 fand das Konzept die kommunalpolitische Akzeptanz im Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Fremdenverkehr und am 21.06.1991 im Kreistag. Nach einer Diskussion in einer Bürgermeisterversammlung tragen 27 Gemeinden der Landkreismusikschule bei. Im Oktober 1991 unterzeichneten 27 Bürgermeister und Landrat Ernst Girmindl die Vereinbarung. Damit war die rechtliche und finanzielle Grundlage für die Landkreismusikschule geschaffen. Im Herbst 1991 wurde dann der Musikschulbetrieb mit 96 Schülern und 3 Lehrkräten aufgenommen.

Grußwort
Die Landkreismusikschule Cham hat in den 20 Jahren ihres Bestehens versucht, über den Zeitraum von zwei Dekaden musikalische und kulturelle Erziehungsarbeit im Landkreis Cham und darüber hinaus zu
leisten. Mehrere 1.000 Schülerinnen und Schüler haben in dieser Zeit die Landkreismusikschule Cham besucht, und kennen und schätzen gelernt. Die zurück-liegenden 20 Jahre belegen eine Entwicklung,
die sich selbst Insider kaum so erfolgreich hät-ten vorstellen können. Aus dem Wissen, dass die Beschäftigung mit der Musik, Freude und Entspannung vermittelt, schöpferische Kräfte weckt, die
Menschen miteinander verbindet und Gemeinschaftserlebnisse entstehen lässt, hat Altlandrat Ernst Girmindl als Gründervater der Musikschule zusammen mit den Vertretern des Kreistages vor 20 Jahren die
Landkreismusik-schule Cham ins Leben gerufen. Der Verdienst der Musikschule ist es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für alle
Nuancen des Musizierens heranzubilden und Begabungen zu erkennen und zu fördern. Durch die kommunale Trägerschaft des Landkreises kann die Landkreismusikschule Cham einen großen Teil der kulturellen
Grundversorgung der Kommunen übernehmen. Dabei steht den Schülerinnen und Schülern die gesamte Palette des Unterrichtsangebotes zur Verfügung, und ermöglicht so das Musizieren als Solist, in der
Gruppe, im Ensemble oder in den verschiede-nen Orchestern. Aus der qualifizierten Breitenarbeit sind so im Lauf der 20 Jahre hervorra-gende Leistungen erzielt worden. Zu erwähnen wären hier erste
Preise beim Wettbewerb „Ju-gend musiziert" bis auf Bundesebene und die Einrichtung einer Förderklasse für besonders musisch Begabte als Vorbereitung zum Musikstudium an einer Hochschule, oder die
Freiwil-ligen Leistungsprüfungen.
Die Kontinuität von Leistungen, welche auch über die Landkreisgrenzen hinaus anerkannt und geschätzt werden, ist im wesentlichen einem hoch motivierten und engagierten Lehrer-kollegium, unter Einbeziehung einer effektiven Verwaltung zu verdanken, was auf die Dauer für die qualifizierte Musikausbildung der Kinder und Jugendlichen von großer Wichtigkeit ist. Dank der großartigen Unterstützung von Landrat a. D. Theo Zellner und Landrat Franz Löff-ler unter Einbeziehung des Kreistages und der Bürgermeister der angeschlossenen Städte und Gemeinden konnte in den Jahres des Aufbaus nach durchaus auch kritischen und effektiven Diskussionen die Weichenstellung zu einer äußerst positiven Entwicklung der Landkreismu-sikschule gestellt werden, so dass ein Denken zu einer selbstverständlichen Notwendigkeit einsetzte, und die Finanzierung weg von Subventionsgedanken bis zur Investition in Kinder und Jugendliche, der Erwachsenen von morgen, einsetzte.
Auch wenn Schulleitung, Lehrerkollegium, Verwaltung, Förderverein und Musikschulbeirat mit ein bisschen Stolz auf 20 erfolgreiche Jahre Musikschularbeit zurückblicken können, gibt es keinerlei Grund, mit dem Erreichten zufrieden zu sein, oder sich auf den Lorbeeren auszu-ruhen. Es gibt viele neue Herausforderungen, - pädagogische Konzepte, Verbesserung des Unterrichtsangebotes etc. - denen sich die Musikschule stellen muss. Die Landkreismusik-schule Cham wird sich unter Wertschätzung der Eltern und Schülerinnen und Schüler auch in Zukunft den Herausforderungen stellen, um damit langfristig und kontinuierlich eine hohe Qualität zu sichern und konstant auf einem möglichst hohen Level ihre kulturellen Aufgaben zu meistern.
Paul Windschüttl
Schulleiter
Motto – Schuljahr 2010/2011
MUSIK IST BILDUNG
Musikschulen erfüllen eine wichtige kultur- und bildungspolitische Aufgabe in den Städten, Kreisen und Gemeinden. Sie haben, in Kooperation mit den Kindertagesstätten und allgemeinbildenden Schulen, eine eigenständige pädagogische und kulturelle Aufgabe. Musikschulen sind, wie das Bildungssystem insgesamt, eine öffentliche Gemeinschaftsaufgabe, bei der auch die Länder in der Pflicht stehen. Diese sollten sich angemessen an Betriebskosten, überörtlichen Aufgaben sowie Qualifizierungsmaßnahmen beteiligen.
Musikschulen sind öffentliche Bildungseinrichtungen, die über die Sensibilisierung für das Musizieren, die Auseinandersetzung mit Musik und das Erlernen musikalischer Fertigkeiten hinaus einen gesellschaftlichen Auftrag erfüllen. Musikschulen fördern die Persönlichkeitsentwicklung, Kreativität, Leistungsbereitschaft, Ausdauer und Konzentration. Sie sind Orte der Integration, des Aufeinanderzugehens, der Öffnung für Unbekanntes und des Miteinander auch unterschiedlicher sozialer bzw. ethnischer Gruppen und kultureller Milieus.
Musikschulen brauchen ein gesichertes schulisches Konzept, um qualitätsvolle Musikausbildung zu gewährleisten. Dieses Konzept umfasst nicht nur die Instrumentalmusik mit Konzentration auf jüngere Menschen, sondern darüber hinaus, mit Blick auf ein breites Spektrum von Zielgruppen in der Gesamtbevölkerung (z. B. Senioren), weitergehende bildungspolitische, soziale und kulturelle Aufgaben.
Wer nicht zu schätzen weiß, was Kultur für unsere Gesellschaft bedeutet, riskiert eine geistige und seelische Verarmung. Musizieren, Singen, Malen, Tanzen fördert die Kreativität und die Fähigkeit zum Mitgestalten und zur Eigeninitiative. Mitgestalten ist ein wesentliches Element unserer Demokratie. Kultur (Musik) und Bildung gehören zusammen.
Die Landkreismusikschule Cham lädt sie im Schuljahr 2010/2011 als aktiver und kooperativer Partner ein unter dem Motto:
M U S I K I S T B I L D U N G
Unterricht
Derzeit werden an der Landkreismusikschule Cham knapp 1.500 Schüler unterrichtet. Der Unterricht wird von 38 Lehrkräften an 28 Unterrichtsorten im Landkreis
Cham erteilt. Der Unterricht wird während der Schulzeit der allgemeinbildenden Schulen erteilt. Das Schuljahr beginnt am 01. September eines jeden Jahres und endet am 31. August des
darauffolgenden Jahres. Es gilt die Ferienordnung der allgemeinbildenden Schulen.
Im Juni 2001 konnte unsere Schule auf 10 Jahre erfolgreiches Wirken zurückblicken. Im Schuljahr 2005/2006 feierten wir unter dem Motto "Musik verbindet" unser 15-jähriges Jubiläum mit Benefizkonzerten in den Mitgliedsgemeinden. Unter der Ehrenschirmherrschaft von Landrat Theo Zellner und des jeweiligen Bürgeremeisters fanden viele erfolgreiche Konzerte statt.
Aufgabe
Die Musikschule pflegt und vermittelt das Kulturgut Musik. Als Angebotsschule führt sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Singen und
Musizieren und fördert die soziale Erziehung. Sie schafft auch die Grundlagen für eine spätere Berufsausbildung. Die Musikschule bietet Sing und Musizierformen aus allen Gebieten der Musik an und
arbeitet mit anderen musikalischen und kulturellen Einrichtungen zusammen.
Die Ausbildung an der Landeskreismusikschule entspricht dem Strukturplan des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) und gliedert sich in Musikalische Grundfächer, Vokal- und Instrumentalunterricht, Ensemble und Ergänzungsfächer sowie ergänzende Einrichtungen.
